Die Geschichte der Firma Lancia

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Informationen zu der traditionsreichen italienischen Automobilfirma Lancia von 1881 - Heute
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Das Herzstück eines jeden Automobiles ist der Motor.
Vincenzo Lancia war für seine innovativen Ideen bekannt und so liegt es wahrlich nicht fern, das Gebiet Motorentechnik etwas zu dokumentieren und einige Höhepunkte aus der Firmengeschichte zu nennen. Da es sich um das Gebiet Spezialmotoren handelt, werden hier nicht explizit die Serienmotoren erklärt.

Im Jahre 1917 entwickelte Lancia einen 12 Zylinder Flugzeugmotor mit fast 25 Liter Hubraum. Grundlage für diese Konstruktion ist ein Patent für einen Schmalwinkelmotor um die Abmessungen einer derartigen Maschine für den Flugzeugeinbau möglichst gering zu halten und die Aerodynamik nicht negativ zu beeinflussen. Die Zylinder befinden sich in einem sehr geringen Winkel zueinander. Der Vorteil besteht darin, daß für die Umsetzung mit nur einem Zylinderkopf erfolgen kann und so die Produktionskosten minimiert werden können. Dieser Motor verfügte über 250 PS und fand in einem Aufklärungsflugzeug Verwendung. Ein Jahr später präsentierte Vincenzo Lancia den Nachfolger dieser aussergewöhnlichen Konstruktion mit 38 Liter Hubraum. Entsprechende Konstruktionen wiesen einen Zylinderwinkel von nur ca. 13° auf.
Da Vincenzo Lancia sehr gerne experimentierte, entstand im Jahre 1924 ein 6 Zylinder Motor mit fast 2.9 Liter Hubraum. Der Motor verfügte über einen ebenfalls sehr geringen Zylinderwinkel um eine möglichst kompakte Bauweise zu erhalten. Bemerkenswert ist, daß andere  Automobilhersteller erst 70 Jahre später derartige Motoren bauten. Eine entsprechende Konstruktion wurde in dem Volkswagen VR6 eingebaut und soll auch in Zukunft die neuesten Modelle der Firma VW schmücken. Besonders leichte und hochtourige Rennmotoren wurden für den Einsatz der Lancia Lambda Modelle in der Mille Miglia eingesetzt. Der Umbau erfolgte von dem bekannten Motorenveredler Pirotta.
Besondere Merkmale dieser Rennversionen waren die keilförmigen Brennräume und die rollengelagerte Nockenwelle.
Veränderungen an der gesamten Motorsteuerung, insbesondere der Kipphebel und Ventilfedern wurden vorgenommen.
Die Leistung lag damals nach dem Umbau bei ca. 80 PS, was für damalige Verhältnisse einen beachtlichen Wert darstellte.
Speziell für den Aprilia wurden unter Mithilfe von Abarth und Nardi Doppelvergaseranlagen entwickelt, die die Leistung dieser doch recht kleinen Motoren erheblich steigerten.
Ein bekannter Motorenspezialist für Aprilia-Motoren war die Firma Pagani, die heute durch die Fertigung von Supersportwagen großes Ansehen erworben hat. Optisch auf den ersten Blick zu erkennen waren die geänderten Vergaser, ein gerippter Ventildeckel zur besseren Wärmeabfuhr und ein zweiter Wasserauslaß zum Kühler. Der Lancia Aprilia Barchetta Pagani wurde mit einem derartigen Motor versehen, der über eine maximale Leistung von 48 PS bei 4300 1/min verfügte.

Dieser überarbeitete Motor ist hier in einem Aprilia Barchetta Pagani zu sehen:


Einige Sondermotoren für den Lancia Aurelia wurden durch intensive Umbauarbeiten der Firma Nardi dem Einsatzzweck und den Einsatzgebieten angepasst um die Motoren entsprechend zu schützen.
Nardi bot einige Umbau-Kits für den B10 und den B20 an, die den 2.5 Liter Motor auf eine Leistung von ca. 140 PS brachten.
Anfang der 80er Jahre restaurierte der Lancia Spezialist Luciano Basso einen aufgeladenen Aurelia Motor. Dieser Motor wurde auf Veteranenrennen erfolgreich eingesetzt. Der Kompressor dieses technischen Meisterwerkes wurde über 5 Keilriemen angetrieben.
Nardi's fabelhafte Idee zur Leistungssteigerung eines Aurelia Motors entsprach der Montage von 6 Dellorto-Motorradvergaser auf einen 2 Liter Aurelia Motor. Die Leistung betrug nach diesem aufwändigen Umbau 97PS.
Zahlreiche Wettbewerbsmotoren basieren auf Aurelia Motoren, da diese eine hervorragende Basis für Leistungssteigerungen boten. Bialbero entwickelte einen B20 Versuchsmotor der allerdings nie eingesetzt wurde.
In der Formel Junior erfolgte der Einsatz eines Rennwagen mit Appia-Motor, der über einen gändertem Zylinderkopf verfügte. Das extreme Verhältnis zwischen hoher Leistung und geringem Gewicht versprach exzellente Straßenlage bei hohen Kurvengeschwindigkeiten.
In den folgenden Jahren wurden einige Motoren mit einem Roots-Gebläse zur Verbesserung der Leistung und des Drehmomentverlaufs im unteren Drehzahlbereich versehen. Die Modelle Trevi und Beta wurde mit dieser Zwangsbeatmung ausgerüstet.
Parallel dazu erfolgte die Weiterentwicklung und Umsetzung der erlangten Informationen in weiteren Forschungsprojekten.
Mit der Produktion des Lancia Rallye 037 und dem Beta Montecarlo war das Segment der Rennfahrzeuge zunächst ausreichend abgedeckt.
1984 wurden Motoren mit 320 PS und mehr produziert. Eine gute Ausgangsbasis für weitere Entwicklungen im Rennsportbereich.

Auf dem folgenden Bild ist der Motorraum eines Lancia Beta Montecarlo Turbo zu sehen, der in der Gruppe 5 eingesetzt wurde. Um der Klasse "bis 2000ccm" gerecht werden zu können wurde ein Motor mit 1425ccm Hubraum eingesetzt, der aufgrund der Turboaufladung eine maximale Leistung von ca. 380 PS bei 8800 1/min erzielte. Ausreichend, um den 740kg leichten Wagen enorme Fahrleistungen zu verschaffen.





Das folgende Bild zeigt einen Lancia Delta S4 Motorraum mit den beiden horizontal angeordneten Air-to-Air Intercooler-Einheiten, die für eine  ausreichende Kühlung der Ladeluft sorgen um die Leistung und Effizienz des Motors zu verbessern. Die Leistung dieser turbo- bzw. kompressorgeladenen Motoren beträgt bei entsprechendem Einsatz in Bergrennen 500PS und mehr.





Der folgende 90°-V8 Motor wurde in den Rennwagen LC2 der Gruppe C eingesetzt. Der Hubraum von 3014 ccm setzte sich aus 8 Zylinder von jeweils 84.0mm x 68.0mm zusammen. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsentwicklung von Abarth und Ferrari auf Basis des damaligen Ferrari 308 QuattroValvole. Die Leistung betrug 800 PS bei 8800 1/min. Die Beatmung des Hochleistungssystems erfolgte über 2 Turbolader der Firma KKK (Kühnle Kopp & Kausch). Die Höchstgeschwindigkeit des nur 850 kg leichten Rennwagen lag bei über 350 km/h. Die Produktion dieser legendären Fahrzeuge erfolgte von 1983 - 1986.





In der Abarth Forschungsabteilung wurde 1988 ein Motor mit 1759 ccm Hubraum und 600 PS entwickelt. Der Hubraum setzte sich aus 4 Zylinder mit einer Abmessung von jeweils 88.5mm x 71,5mm zusammen. Die Höchstleistung erreichte dieser Motor bei 8000 1/min. Das maximale Drehmoment lag bei ca. 520 Nm bei 5000 1/min. Die Beatmung erfolgte über 1 Kompressor und 2 Turbolader in Triflux-Anordnung. Diese spezielle Konstruktionsweise ist ein Patent von dem Österreicher Ludwig Apfelbeck aus dem Jahre 1935. Die Erfolge dieser Hochleistungsmotoren waren beachtlich. Nähere Informationen zu einem "Apfelbeck-Projekt" erhalten Sie auf dieser sehr interessanten Homepage. Parallel wurde in der Forschungsabteilung an einer weiteren Art der Effizienzsteigerung gearbeitet. Die sogenannte "Wassereinspritzung" zur Leistungssteigerung und Ladeluftkühlung fand bereits im zweiten Weltkrieg Anwendung. Bei dieser Technik wird Wasser bzw. ein Wasser/Alkoholgemisch in den Ansaugtrakt eingespritzt. Das Ergebnis dieser Technik ist nicht nur die Herabsetzung der Ladelufttemperatur und die Kühlung betroffener Motorenkomponenten, sondern dient auch in begrenztem Maße der Reduktion von Stickoxiden.




Linke Turboladereinheit

Nockenwellenantrieb/Abgaskrümmer


Zahnriemenantrieb der Zusatzaggregate


Ansaugbrücke/Ventildeckel



Formel 1 Motor des Lancia D50 Lancia Stratos Motor (Dino 246)
Motor des Lancia D50 Formel 1
2500ccm / 260 PS / 8 Zylinder
Besonderheit: Doppelzündung
Lancia D50 Formel 1

Motor des Lancia Stratos
2400ccm / 190 PS / 6 Zylinder
Besonderheit: Ferrari-Konstruktion
Lancia Stratos



Lancia Rallye 037 Motor (Abarth) Lancia ECV Motor (Abarth)
Motor des Lancia Rally 037
2000ccm / 310 PS / 4 Zylinder
Besonderheit: Roots-Gebläse
Lancia Rally 037

Motor des Lancia ECV
1759ccm / 600 PS / 4 Zylinder
Besonderheit: Triflux-Technik
Lancia ECV Versuchsfahrzeug


 
 
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